In dieser Arbeit habe ich mich mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt. Der Zugang ist persönlich geprägt, dennoch habe ich versucht, das Thema mit neuen Perspektiven und einer möglichst objektiven Herangehensweise zu betrachten. Der gesamte foto-grafische Prozess findet ausschließlich im Frankfurter Bahnhofsviertel statt, was der Arbeit eine klare räumliche Begrenzung gibt. Ziel war es, eine nüchterne Interviewebene auf Augen-höhe mit Menschen zu schaffen, die sich regelmäßig in diesem Viertel aufhalten. Diese Personen stehen im Mittelpunkt der Arbeit und fungieren als Protagonist:innen, um die herum das Leben und die Atmosphäre des Viertels eingefangen werden. Im Zusammenspiel von Porträts, Stadtlandschaften, Objekten und besonderen Lichtstimmungen entsteht eine Geschichte, die den Ort als eine Art Zwischenwelt zeigt – ein Raum, der sich von seiner geografischen Lage löst und mehr durch seine Stimmung, Dynamik und sozialen Spannungen definiert ist.
Die Arbeit wird in zwei Narrativen präsentiert: Die Ausstellungsansicht zeigt eine laute, teils surreal wirkende Welt, in der sich drei Protagonist:innen durch fragmentarische Szenerien und künstliche Umgebungen bewegen. Die Publikation dagegen stellt eine ruhigere, reflektierte Sichtweise dar. Sie regt mehr zum kritischen Hinterfragen ver-schiedener Attribute an und steht in ihrer Anordnung noch stärker im Dialog zueinander. Die Arbeit ist allgemein als ein offener Prozess angelegt und für mich persönlich nicht abgeschlossen.